Erneut im Restaurant Arens (18.10.2014)

Allgemein Im März 2012 hatte Phillip Arens - nach Stationen im Deidesheimer Schwarzen Hahn und Netts Restaurant in Gimmeldingen - sein eigenes Restaurant in Hainfeld eröffnet. Schön war es beim letzten Besuch auf der Gartenterasse in den Weinbergen, in den Wintermonaten soll ein großer Kachelofen für Behaglichkeit sorgen. In der Theorie wohlgemerkt !!

Wir taten uns gestern etwas schwer den Eingang zu finden, vom Parkplatz bis zum Restaurant nicht ein Lichtlein. Hier würde einige Fluter für Abhilfe schaffen, für Helligkeit sorgte lediglich der Lichteinfall von den Fenstern, das ist natürlich zu wenig.

Im Restaurant angekommen wurden wir an unseren Tisch geführt, herzlich und direkt begrüßt "Schön das sie hier sind " fehlte komplett, auch fehlte uns etwas das Plaudern mit der Mutter, das was wir so am letzten Besuch geschätzt haben, der Küchenchef sahen wir nur für wenige Augenblicke, als er hinter der Theke auftauchte.

Schwierig ist für mich nach Überschlafen des gestrigen Besuchs die Einschätzung des Restaurants. Möchte das Arens eine einfache Weinstube sein ?? Passend dafür die polierten schweren Holztische, wir saßen gemütlich mit großzügigem Platzabstand an unserem großen runden Tisch. Oder möchte Arens eine Gourmetstube sein ?? Hier würde die Portionsgröße passen. Passend dazu auch der Tisch in der Mitte des resturants, in edlem Weiß gehalten, gestärkte Stoffservietten und die Stoffhandtücher auf den 80er Toiletten ?? Auch das haben wir vorgefunden. Einigen wir uns auf regionale Weinstube mit Ambitionen. Da uns allesammt das angebotene Menü nicht gefiel, suchten wir uns unsere Essen - klassisch Vorspeise, Hauptspeise und Dessert - selbst aus.

Bevor wir was bestellten, fragte uns die aufmerksame blonde Bedienung nach dem Getränkewunsch bzw ob wir schon mal eine Flasche Mineralwasser wollen. Auch die Frage nach dem Apertif folgte, ich entschied mich da für den Sekt, außerdem wählten wir Campari Orange und den bekannten Traubenseco mit angenehmer Säure.

Was mir gut gefallen hat, die Bedienung die sich um uns heute Abend bemühte. Sie erklärte uns die Zubereitung der einzelnen Speisen und empfahl uns einen regionalen Riesling vom Weingut Klein, ein Riesling Kabinett trocken, die Flasche für erfreulich faire 15 Euro. Witzig, als ich zum Hauptgang ein Hefe bestellt hatte, sie mir aber einen Löffel (!!!) gebracht hatte.

Als Vorspeise sollte es bei uns 2x Süßkartoffelschaumsuppe mit Zitronengras und Miesmuschel sein, die anderen beiden nahmen 2erlei vom Sepia mit Riesenpapaya und roter Zwiebel. Dazwischen wurde uns der Gruß aus der Küche serviert. Thunfischtartar auf Bulgur. Der Gruß war ok, allerdings etwas unpassend. Da wir weder Thunfisch noch den Bulgur im Menü oder generell in der Karte gefunden haben, der Gruß sollte ja wie ein roter Faden sein. Der Wein wurde uns dann im Kühler hingestellt, da würde er immer noch stehen, wenn wir ihn nicht aufgemacht hätten. Uns fehlte das Einschenken, auch mussten wir uns immer Wasser nachschenken, was wir aber schon bei einem derart ambitionierten Restaurant/Weinstube eigentlich erwarten dürfen. Immerhin unter den 1200 besten Restaurants in Deutschland und 2 Diamanten im Vartguide. Daher auch keine 5 Sterne beim Service.

Zurück zum Essen, die servierte Süßkartoffelschaumsuppe schmeckte weder nach Süßkartoffel noch nach Zitronengras, sie schmeckte mir zu currylastig. Eigentlich wie eine Curryschaumsuppe, sie war sehr lecker, aber halt nicht das was wir bestellt hatten. Außerdem war sie so heiß, dass ich mir den Gaumen verbrannt habe. Orginell die Miesmuschel, sie war im Kartoffelmantel ausgebacken.

Nach der Vorspeise war mir persönlich die Wartezeit auf die Hauptspeise zu lang, eine knappe Stunde verging, bis das Essen kam. In der Zwischenzeit flogen mir immer wieder die nervenden Mücken und Fruchtfliegen umher, mir war das zu viel. Auch sah ich keine Wassergläser mit Spüli welche man problemlos auf die Fensterbänke hätte stellen können als Falle.

Der ausgebackene Saumagenstrudel dann verschmerzte die etwas zu lange Wartezeit, allerdings war das eine Miniportion. Dem Ingwer Lauch Gemüse fehlte es an Ingwer, hätte ich eben nicht nachgelesen, dass es ein Ingwer Lauchgemüse war, wär ich nicht drauf gekommen. Meine Freundin hatte die gefüllte Frikadelle auf Curry Wirsing, außerdem wurde noch 2x die 3erlei von der Bratwurst geordert. Hier schmeckte das Rahmwirsingkraut besonders gut.

Nach den Hauptgängen wurde unser Dessertwunsch aufgenommen, in der Zwischenzeit wurde uns das Pre-Dessert serviert. Ein Feigen Küchlein mit Feigensauce. Warm wär das bestimmt gut gewesen, aber so kalt serv iert stimmte das Mundgefühl nicht.

Die Allerlei Creme Brüllee rettet heute bei mir den guten Gesamteindruck (daher eine gute 3,25 im Schnitt). Ich hatte Originale, Waldmeister, Kokos, weiße Schokolade und dunkle Schokolade. Alle anderen wählten halbflüssiger Schokokuchen mit Tonkabohneneis und Hainfelder Feigen. Der Schokokuchen war da das Highlight, beim Tonkabohneneis fehlte etwas der Tonka Geschmack. Insgesamt verbrachten wir aber dennoch einen schönen Abend, auch wenn nicht alles perfekt war, fehlende Kopfbedeckung bei der Küchencrew und die 25000 Fruchtfliegen (fehlendes Bemühen der Bekämpfung) sorgen für Punktabzug bei der Sauberkeit.

26.10.14 11:44

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