Hotel Ritter in Durbach - Ausgezeichneter Service bei Gutem Essen

Tag 2 in Durbach im Schwarzwald. Eingebettet in Rebhänge ist Durbach das ideale Urlaubsziel für Wanderer und Weinliebhaber. Wir verbrachten einige schöne und erholsame Tage in der Gemeinde und werden auf alle Fälle wieder kommen. Da eine Porsche-Schwarzwaldralley im Gange war und viele das Wellnesshotel als Übernachtungsmöglichkeit nutzten hatten wir etwas Pech mit dem Parkplatz und mussten auf einen Wanderparkplatz (ca 150 Meter vom Hotel) ausweichen, die ganze Hotel Garage stand voll mit Porsche 964, Porsche 993, Turbo 2, Turbo GTS sowie einige Boxter S und ein neuer Porsche Macan war auch dabei, wir hatten also genug Potential zum Glotzen.

Im Hotel ist auch das mit einem Stern prämierte Restaurant „Wilde Ritter“ allerdings sind da die Tische für die nächsten Wochen komplett ausgebucht. An diesem Abend wollten wir eh eigentlich in die Ritterstube, da wird ein tolles Menü 4 für 44 angeboten, aber auch da waren alle Tische reserviert. So kam es, dass wir den letzten Platz in der Ritter Lounge im Vorfeld ergattern konnten. In der Lounge werden den Gästen auch das Frühstück serviert, wer etwas mehr Kleingeld übrig hat, kann gerne auch im Michelin Restaurant den Tag starten, was auch einige gemacht haben.

Eins vorab: wir wurden fürstlich in der Lounge bedient. Ich lege meine Hand ins Feuer, dass alle Servicekräfte auch im Sternerestaurant servieren könnten. Die Weinkarte wurde mir zur Einsicht gereicht, mensch, was eine Auswahl. Regionale Weine, aber auch einige Spitzenweingüter aus der Pfalz (Christmann; Knippser etc.) standen drauf, so wie bekannte aus dem Ausland. Ich entschied mich für eine Flasche von einem regionalen Winzer vor Ort (danke hier nochmal für die Empfehlung), der Grund: meine bessere Hälfte entschied sich für die gefüllte Maispoularde, ich mich für den regionalen Waller auf der Haut gebraten. Da wurde mir ein Grauburgunder Kabinett empfohlen, der erste Schluck war so imposant, dass wir gleich eine ganze Flasche orderten. Immer wieder wurde Wein und Wasser vom sehr aufmerksamen Serviceteam eingeschenkt.

Als Gruß aus der Küche kam ein Ritterholzbrett mit frisch gebackenem Brot und 2 kleinen Schälchen. Das Öl schmeckt leicht säuerlich und ein wenig nach Pistazie, die Creme ebenfalls leichter Pistaziengeschmack, dazu eine Klecks Weichkäse. Super !!

Die Vorspeise war eine sehr heiße Kürbissuppe. Hier hatte man den Mut endlich mal so eine Suppe heiß zu servieren, allerdigs nicht so heiß, dass man sich den Gaumen verbrannte. Auch war sie sehr gut mit Salz, Pfeffer und leichter Muskatnote abgeschmeckt.

Die Hauptspeisen fielen leider etwas ab, die gefüllte Maispoularde hatte zu viel Hitze bekommen und war arg trocken. Geschmacklich gut, allerdings fehlte der Fleischsaft, das Mundgefühl dementsprechend langweilig. Mein Waller war knusprig, für mich viel zu knusprig. Der Fisch ebenfalls totgebraten und überwürzt. Die servierten Kartoffelwürfelchen schmeckten leider nach nichts. Meine Vermutung wurde von der Bedienung bestätigt. Die kleinen Kartoffelwürfel wurden in reichlich Wasser vorgekocht, das geht natürlich nicht. Die Gartenkräuter betand aus viel Petersilie und Schnittlauch.

Bis zu diesem Gang war das Beste der Wein vom regionalen Winzer Danner – der 2013er hatte es in sich. Dann kam die Überraschung: Das Dessert !! Ein Knaller, eine Sensation. Auf einem länglichen weißen Teller Pistazienkerne, links eine Kugel frisches Passionfruchtsorbet, dem Paccojet geschuldet, hätte das auch Norbert Dobler in der Schwetzinger Vorstadt servieren können. Die Kugel war in einem selbst gemacht Knuspernest, welches überragend gut zum Sorbet gepasst hat. In der Mitte servierte man uns einen kleinen Fruchtsalat, bestehend aus Thai Mango, Pfirsich und einer Dritten exotischen Frucht. Rechts eine Art Schicht Lasgane aus Crema und dunkler Schokolade, oben drauf ein Bällchen Erdbeerbisquit sowie einer kleinen Kugel Tonkabohneneis. Sensationell !! Geschuldet dem wirklich sensationellen Abschluss komme ich auf 4 Sterne beim Essen.

Anmerkung: Man teilt uns mit, dass die Gerichte aller Restaurants aus einer Küche kommen, nur im Ritter Keller, wo es kleine Snacks und Flammkuchen gibt, gibt es eine andere Küche.

26.10.14 12:22, kommentieren

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Es gibt ihn noch den Italiener ums Eck - Da Michele in MA-Feudenheim

Eigentlich wollten wir an diesem Abend nur einen Salat essen !! - Seit über 20 Jahren begeistern Michelle Nardelli und Familie in dem schönen Stadtteil Feudenheim mit einer handvoll ausgesuchten Speisen und Weinen aus Apulien, einem der ältesten Weinanbaugebieten der Welt. Die heutigen ausgesuchten Speisen standen im Lokal auf zwei großen Schiefertafeln (bis auf das Kalbsgericht). Das Angebot wird ergänzt durch eine kleine Standardspeisenkarte. Das gefällt !! -

Als wir ankamen waren erst 3 Tische belegt, wir suchten uns einen 2er Tisch am Fenster aus, eine halbe Stunde später war kein Tisch mehr frei, daher war es gut dass wir reserviert hatten, an einem Donnerstagabend wohlgemerkt. Die Inneneinrichtung erinnert stark ans ehemalige Da Michelle in Landau, die Theke ist genau wie ehemals in Landau unter einem Ziegeldach untergebracht, die restlichen Tische edel, wenn auch stark aneinander gereiht. Dennoch merkt man, dass man in einem der „besseren“ Stadtteile sitzt, die Gäste durchweg gebildet, mit Benehmen am Tisch und sehr gut angezogen, wir passten also sehr gut ins Gesamtbild :-)

Erstaunt waren wir von den doch auf den ersten Blick günstigen Essens und Getränkepreise. Hefe, König Ludwig wohlgemerkt, 0,5 für 2,80 sind eher eine Seltenheit in Mannheim. Auch gegrilltes Kalbssteak mit Pasta und Salat deutlich unter der 15 Euro Marke sind selten anzufinden. Ganz ehrlich, wir hatten die Preise anders in Erinnerung.

Ich musste 4-5 mal an die Schiefertafel. Am liebsten hätten wir diese von oben bis unten durchprobiert. Sicher sind die meisten Gerichte im Schnitt 2 Euro teurer als die vergleichbaren Gerichte aus der Standardkarte, dennoch sind diese Gerichte das wahre Aushängeschild des Restaurants. Von gegrillter Dorade, gebratenem Kürbis bis hin zu „Bestes vom Kaninchen“ ist alles zu finden.

Auch wenn die Wartezeit auf die Vorspeisen etwas länger gedauert hat, das Warten hat sich vollends gelohnt. Bruschetta mit Ziegenkäse (5,80) sowie gebratener Kürbis mit edlem Balsamicco, gehobeltem Parmesan auf Feldsalat (6,80) waren vorzüglich und jeweils eine sehr sehr große Vorspeisenportion. Da die Bruschetta vorab kam, haben wir sie uns jeweils geteilt.

Auf einem großen Teller kamen 5 Scheiben gebackenes Weißbrot, oben schön mit gehackten Tomaten, diese waren wunderbar abgeschmeckt, mit feinem sahnigen Ziegenkäse verfeinert. Der Käse hatte nicht den typischen Ziegenstall Geschmack, sondern sehr cremig mit einem zarten Hauch von Ziege - Der Feldsalat von ausgezeichneter Qualität, die gebratenen Kürbisscheiben wunderbar angebraten, mich haben sie an gebratenen Pfirsich erinnert, der Kürbis schmeckt fruchtig und süßlich und passte perfekt zu den Parmesanspalten.

Wir waren danach schon angenehm gesättigt, als dann die Hauptspeisen folgten: Kürbisgnocchi mit Salbeibutter (9,80) sowie Kalbsschnitzel mit Petersilienmantel an Zitronensauce, Pasta und kleinem Salat (12,80).

Die Kürbisgnocchi schwammen regelrecht in der flüssigen Salbeibutter, schmeckten absolut fantastisch, wobei meine Freundin etwas nachsalzen musste. Etwas Salz fehlte auch bei den 3 mittelgroßen Kalbschnitzeln, allerdings waren sie so mega saftig, dass das ganze schon Meckern auf sehr hohem Niveau ist. Angeboten war das Gericht mit Pommes, die Änderung war überhaupt kein Problem (ich würde generell bei so einem tollen Ristorante auf Pommes verzichten). Die Spaghetti hatten ebenfalls von der leicht zitronigen Sahnesauce mit frischen Kräutern etwas abbekommen und hatten ordentlich Biss. Der Beilagensalat bestand aus richtigem grünen Kopfsalat, dazu reife Tomaten und frische Karottenspähne. Ausgezeichnet !!

Wir mussten überlegen, noch ein Nachtisch ?? Wollen wir uns den teilen ?? Wir waren mehr als satt – aber was solls. Süßes geht immer !! (dabei wollten wir eigentlich je nur einen Salat essen) Zwei mal Dessert von der Schiefertafel – Nougat Panna Cotta (4,80) angerichtet mit Waldbeeren, Sahne und jeweils 4 gepuderte Apfel-Achtel. Das ganze wurde mit edlem Kakaopulver verfeinert, in der Panna Cotta waren ganz leichte Nougatstückchen. Hut ab !!! Zum Abschluss gönnten wir uns jeweils einen ebenfalls fantastischen Sambucca, dieser wurde stilvoll in geeistem Grappa Glas serviert !!

Fazit:

Wir haben uns fast geohrfeigt, dass wir seit dem letzten Besuch knapp 2 Jahr gewartet haben. Das „Da Michele“ ist ein grandioser Italiener „ums Eck“ - mit ausgezeichnetem Preis-Leistungsverhältniss und fast nicht zu schaffenden Portionen. Der nächste Besuch wird folgen !!

26.10.14 12:18, kommentieren