Heute mit Schlemmerblock 2:1 - Zum Ochsen am 21.09.2014

Ladenburg ist zwar eine alte, aber überaus lebendige Stadt. Die Geschichte der Stadt reicht immerhin bis in die römische Zeit zurück. Die Inneneinrichtung des Gasthauses "Zum Ochsen" hat uns auch eine kleine Zeitreise beschert, nicht ganz so weit wie bis „Der Senat und das Volk von Rom“ allerdings schon einige Jahrzehnte. Das ein Restaurant eigentlich ein Nichtraucherrestaurant sein soll, hat sich wohl nicht bis Ladenburg herumgesprochen, beim Eintritt saßen 2 Gäste dampfend vor dem 80 cm LCD und schauten sich das Spiel Gladbach gegen Köln an. Man merkt es aber auch immer wieder im täglichen Leben, viele Menschen halten sich nicht daran in öffentlichen Einrichtungen, sei es am Bahnhof oder in Ämtern, auf den Glimmstengel zu verzichten.

Wir sind aber nicht in der Politik und verabschieden neue Gesetze, wir sitzen im Nebenzimmer an einem runden Tisch und studieren die Karte. Vier Seiten voll mit Fleischgerichten, die abwaschbare Tischdecke erinnert mehr an einen Rummeplatz als an ein gepflegtes Restaurant. Dafür war die Decke mit den Sitzkissen und den gelben Vorhängen abgestimmt und sollen wohl das Ambiente der 60 Jahre Kneipe etwas aufpeppeln.

Erdinger, frisch vom Fass, 0,5 für erfreulich fair wirkende 3,30 in dem Touri Ort Ladenburg. Im "Ochsen" einst das Lieblingslokal von Carl Benz, Franz Beckenbauer und Helmut Kohl (Bilder auf der Homepage zu sehen), setzt man auf bekannte Tradition. Große Portionen, eine eigene Metzgerei mit eigener Schlachtung, Salat angemacht wie zu Oma`s Zeiten. Dazu eine Doppelseite von regionalen Winzern aus der Region. u.a. Heppenheimer Stemmler 0,25 für faire 2,80.

Angelacht hat mich die Kartoffelsuppe, allerdings schreckten mich die verlangten 6,80 ab. Was sich nicht als Fehler herausstellten sollte, meine Begleitung und ich mussten schlucken, als der Kleine am Nachbartisch seinen Kaiserschmarrn bekam. Da hätte man auch eine Kleinfamilie satt bekommen können.

Wir entschieden uns, auch dem Schlemmerblock geschuldet, für zwei gleichpreisige Gerichte (ein Gericht geht bekanntermaßen aufs Haus), Schwabenteller sowie Badisches Leibgericht jeweils für 15,80.

Bestellt hatten wir beide Schweinefilet Gerichte "medium", allerdings erntete das auf Unverständniss bei der Bedienung "bei uns geht Schwein nur gut durchgebraten", wohl auch im Hinterkopf dass alles hier schnell und teilweise auch vorgekocht serviert wird. Kaum hatten wir bestellt, bekamen wir den Salat, 3 Minuten später die Essen serviert.

Wir wollten es genau wissen, am Nachbartisch wurde Ochsenbrust mit Meerrettich Sauce bestellt, keine 7 Minuten später stand alles auf dem Tisch. Abschalten, verschnaufen, sich aufs Essen freuen, sich Zeit nehemen, das sind hier Fremdworte. Passend auch der Gesamteindruck, irgendwo zischen 60er Jahre Weinstube und Schnellrestaurant im Holidaypark. Ein Tisch hinter uns beschwerte sich ein Gast über das servierte Fleisch, es war irgendwas nicht in Ordnung. Beim genaueren Hinsehen sahen wir keine weiteren Schlemmerblöcke auf dem Tisch.

Der grüne Salat war super, erinnerte mich an meine mittlerweile verstorbene Oma, die machte auch immer so ein leicht süßes Senf Dressing mit Kräutern. Der Gurkensalat und Karottensalat frisch, Kraut wohl Convenience. Die sechs großen Filetstücke auf dem Schwabenteller waren leicht mehliert, die Spätzle waren wohl selbst hergestellt, aber wohl schnell erwärmt worden. Das Fleisch hatte noch einen Restsaft - well done.

Bei meinem badischen Leibgericht war Wurzelgemüse dabei, welches auf einem seperaten Teller serviert wurde. Allerdings war da auch ungeschälte Paprika dabei, die Haut löste sich sich am Gaumen direkt von der Frucht, da hat man sich wohl etwas Arbeit in der Küche gespart. Zum Glück !!

Ich hatte ebenfalls 6 Stück Filet auf dem Teller, dazu stark angeschwitzte Champignons in einer Convenience Rahmsauce. Abropo Convenience, die Schupfnudeln sowie die (Bürger) Maultaschen erinnerten stark daran, allerdings war alles in sich schmackhaft und bestimmt besser als im Europa Park Schnellrestaurant.

Fazit:

Bezahlt haben wir, dank des Schlemmerblockes 31 Euro, wir sind super satt geworden. Die 2 Erdinger Hefe hatten eine gute Trübung und schmeckten süffig, insgesamt ging der Besuch in Ordnung. Für ein gemütliches"Abschalten" sowie einen erneuten Wiederbesuch allerdings reicht es nicht ganz.

26.10.14 17:07, kommentieren

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Hotel Restaurant Linde - braucht man nicht zu kennen

Tag 1 in Durbach im Schwarzwald. Eingebettet in Rebhänge ist Durbach das ideale Urlaubsziel für Wanderer und Weinliebhaber. Da unser gebuchtes Wellnesshotel Ritter an dem ersten Abend keinen Tisch mehr frei hatte, suchten wir uns das Hotel Restaurant Linde, hier bei RK mit einem sehr guten Gesamtschnitt von über 4 Sternen, heraus. Kurz:An diesem Abend klappte fast nichts. Von der Leistung in der Küche, im Service, im Organisations sowie im Zeitmangement. Einfach katastrophal.

Wir bestellten 2x Grillteller für 20,90 und mussten ewig warten. Irgendwann kam der Kellner und meinte „jetzt ist auch endlich ihr Essen in der Pfanne“ - welch eine Aussage, da wir ja gegrilltes bestellt hatten. In der Zwischenzeit kamen 3 Wanderer ins Restaurant, wohl Hotelgäste, da sie sich ohne zu fragen einfach Speisekarte genommen haben und sich neben uns gesetzt haben. Sie bestellten 3x Rumpsteakf für 18,90.

Nach gefühlten 2 Stunden kamen unsere beide Grillgerichte-Imitate. Viel Fleisch war da nicht drauf. Etwas Geflügel ein kleines Steak, das viel zu viel Hitze hatte und ein dunkles Stück Fleisch, welches ich nicht definieren konnte. Gemüse war viel drauf, allerdings nicht gegrillt sondern einfach erwärmt, es schmeckte aber nicht weiter erwähnenswert. Für knapp 21 Euro fühlten wir uns etwas verkohlt.

Der Höhepunkt aber die 3 servierten Rumspteak-Gerichte. Im Original war das wohl ein gutes 300 Gram Rumpsteak, hier hatte man einfach nach dem Braten das Stück in 3 Streifen geschnitten und serviert. Dazu wieder sehr viel Gemüse und Beilagen. Verwundert schauten sich die Drei an, wir konnten uns das Lächeln fast nicht verkneifen.

Am nächsten Tag sind wir von den Weinreben runter in die Gemeinde gelaufen, da der ortsansässige Konditor am Feiertag „Tag der Einheit“ aus allen Nähten platzte liefen wir Richtung Außenbereich des Hotelrestaurants Linde. Es waren außen noch wenige Tische frei, man warb mit „Kaffee und Kuchen“ - wir rein (wir dachten das das erlebte am Vorabend eine Ausnahme gewesen sei) – war es nicht. Eine pechschwarz gefärbte Bedienung meinte zu uns (ohne Begrüßung) „Wir haben Mittag und unsere Küche hat zu. Sie müssen wieder gehen !!“ - Wir machten sie auf das Schild aufmerksam, das sei heute nicht gültig, auf der Rückseite stand kleingeschrieben, dass der Außenbereich den Gästen ab 16:30 wieder geöffnet werden sollte. Aber verdammt noch mal, warum stellt man dann eine Tafel hin mit Kaffee und Kuchen in der Kaffeezeit?? Das ist Leuteveraschung hoch zehn. Nach kürzer Rücksprache bot sie uns einen Apfelkuchen an und einen Latte Macchiato. Ich entschied mich in der prallen Hitze für ein Hefeweizen.

Nach 35 Minuten kam ein Stück Apfelkuchen mit Petersilie verziert. Außerdem eine Tasse Kaffee sowie mein Hefe. Wir machten die komplett heute austauschbaren Servicekräfte darauf aufmerksam dass wir eine Latte M. bestellt hatten. Nach weiteren 5 Minuten kam der gleiche Kaffee, mittlerweile kalt und obendrauf mit MilchSchaum und Kakaopulver (hat ausgesehen wie Dreck). Kurz: ein unappetitlich ausschauendes Getränk. Am Nachbartisch bestellte drei etwas ältere Herrschaften (um die 100 rum, aber schick mit Hemd und Krawatte) Zwetschgenkuchen und Käsesahne (!!!!), die männliche Bedienung machte mich dann darauf aufmerksam dass man an so einem Feirtag gerne für seine gern gesehenen Gäste durchgängig auf hat. Kurz auf die Rechung geschaut: Kaffee 2,00 Euro und am Schluss wurde Küche diverse boniert: der extra Schaum - Auf einen weiteren Besuch verzichteten wir …..

26.10.14 12:24, kommentieren