Dobler`s in Mannheim - Maximale Punkte bei jedem Besuch

Das Dobler`s ist eine niveauvolle Adresse für Kunstwerke auf den Tellern. Zum Ambiente, Ausstattung und Lage habe ich in meinen beiden vorherigen Bewertungen schon genug geschrieben. Heute ein kleines Update zu dem Besuch letzten Samstag. Eine Frage vorne weg: Warum hat Norbert Dobler nur einen Stern ??

Wir fahren heute mit dem Auto in die Schwetzinger Vorstadt und haben Glück, in der Straße ist ein Parkplatz frei. Im Restaurant angekommen erwarten uns einige Überraschungen. Nicht Frau Dobler, nein, ein ausgebildeter Sommelier begrüßt uns und empfiehlt uns einen Aperitif. Im Serviceteam tummeln sich viele neue Gesichter. Frau Dobler, der Sommelier, 2 weitere kleinwüchsige Männer, absolut Top ausgebildet und freundlich, immer die Gäste im Blick. Dazu die blonde Bedienung, die wir schon ein paar Mal in der Stadt getroffen haben, als sie Ihren Hund ausgeführt hat.

Mein Kollege hatte so einen aufmerksamen Service noch nie erlebt, ich kann mich auch nicht erinnern, dass ich schon jemals im Leben so umfassend bedient worden bin. Als ich aufgestanden bin, stand der Kleinere sofort hinter mir und zog den Sessel leicht nach hinten. Natürlich wird das Besteck nach jedem Gang ausgetauscht, aber am meisten hat mich der "Brotservice" beeindruckt. Ein Kellner war nur beschäftigt die 3 Brotsorten die an diesem Tag, alle werden frisch auf dem Stein in der Küche gebacken, an jedem Tisch aufzufüllen. Ein Kellner hat die Buttersorten aufgefüllt.. das war schon vom feinsten ....

Als Aperitif hatte ich einen Rieslingsekt vom Weingut Christmann in Neustadt, Mann war der gut .. als ersten Gruß aus der Küche, der Kellner meinte " Aperitif Begleiter " gab es einen Limoncello-Shrimps-Mouse mit Gurke. Fantastisch. Danach wurden 3 Sorten Brot und 2 Sorten Butter serviert. Wir hatten während unseres 2 Stunden Besuches immer was zu knabbern, ich war schon in Sternerestaurants, da war es nicht so.

Danach gab es einen weiteren Gruß aus der Küche: Entenleber mit Johannisbeergelee; Thunfischsteak mit Gurkenschaum; Kalbstatar mit Tomatensalsa. Hier merkt man den Anspruch von Norbert Dobler!!

Bevor Norbert Dobler sein modernes Restaurant in der Schwetzinger Vorstadt eröffnet hatte, war er der Pionier in Filsbach und hatte das Lèpi dòr. Mittlerweile wissen wir was wir an ihm haben: hier in der Schwetzinger Vorstadt wirkt alles altbekannt, die Art der Zubereitung, die Presentation. Als Vorspeise gibt es immer den Glasteller. So auch heute, und ich war froh dass im Menü nicht schon wieder der Rochenflügel angeboten wurde. Burrata, eine Art Mozarella von der spanischen Kuh, aber unheimlich sahnig, so etwas feines hatte ich schon lange nicht mehr gegessen. Dazu gab es Büffelmozarella, Feigen und Hasselnusspesto, angerichtet mit marktfrischem Salat, den wohl nur das beste Olivenöl mit feinem Nussgeschmack gesehen hat. Als Begleitung wählte ich den einzig offenen Weißwein, ein Grauburgunder von Knippser.

Als weiteren Gang gab es Fisch. Seehecht, ein ungewöhnlich großes Stück lag da vor uns, auf selbst gemachten schwarzen Tagliatelle und Weißweinsauce. Mein Kollege meinete, das wär der beste Fisch gewesen, den er jemals gegessen habe. (mir ging es ähnlich) - das war was ganz feines, und auch noch viel ... So muss Sterneküche sein, ausgezeichnete Qualität und viel auf dem Teller, dass man angenehm gesättigt ist. Und nicht Riesen Teller mit einem Mückenschiss darauf, so wie ich das im Deidesheimer Hof vor Wochen erlebt habe.

Nach dem Hauptgang wurde abgeräumt und zeitgleich wurde uns das Pre Dessert serviert. Frau Dobler teilte uns mit,man habe einen französischen Pâtissier angestellt, der die feinen Teilchen selbst herstellt. Auf dem Teller lagen lauter kleine Schokooffenbarungen. Feinster Nougat, eine Art Schichtkonfekt mit Macadamia Nuss und türkischer Schokolade usw.

Die Nachspeise war ein Traum und zeitgleicher Abschluss: warmer Hasselnusskuchen mit eingelegten Zwetschgen und Tahiti Eis. Natürlich vom Paccojet !! Das Dessert war der Wahnsinn: Die Gegensätze kalt und eiskalt, cremig und fest, fruchtig und würzig gehen im Mund so ungeheuere Verbindungen ein, wie ich selten bei einem Dessert erlebt habe.

Fazit:

Wann kommt der zweite Stern ?? Macht man da überhaupt Gewinn ?? So tolles Personal, sensationelles Essen, modernes Ambiente für unter 100 Euro ....

26.10.14 17:17, kommentieren

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SaumagenSecco mit "Bums" - Ausgezeichnetes Ambiente und sehr gutes Essen im Weinhaus Henninger am 07

Uuuuuund Action !! Ein großer Wunsch meiner langjährigen Freundin ist es eine geeignete Location für den nächstjährigen Geburtstag zu finden. Natürlich sollte auch das Essen stimmen, daher testen wir in den letzten Wochen etwas mehr im Südpfälzischen Raum.

Der Vartuguide Favorit vom Essen her ist ja der Kallstädter Hof, auch wenn unser letzter Besuch essenstechnisch mehr ein Flop war, daher suchten wir uns heute das Weinhaus Henniger aus, in der Rheinpfalz-Einlage lag ein Bericht des Weinguts bei.

Saumagen im Glas und auf dem Teller? Den gibt es hier in Kallstadt. Der Edelweinort zählt zu den bekanntesten Weinorten der Pfalz. Hier wachsen auf 270 Hektar Rebfläche hervorragende Weine, die von eigen vermarktenden Weingütern und einer Winzergenossenschaft gepflegt werden. Die Gemarkung Kallstadt besitzt eine der berühmtesten Spitzenweinlagen der Pfalz: den Saumagen. Wie der Name dieser Lage entstanden ist, weiß aber keiner mehr so genau...

In Kallstadt angekommen parkten wir an der Seitenstraße, Besenwirtschaft Henninger; Henningers Straußenwirtschaft etc aber kein Weinhaus Henninger, also Navi raus und weiter gefahren, bis wir endlich am Weinhaus angekommen sind. Parkplätze gibt es, allerdings muss man da von der anderen Seite kommen, schließlich gibt es auch noch Übernachtungsmöglichkeiten im angrenzenden Hotel. Ortsmittelpunkt und Blickfang ist aber die St. Salvator Kirche (1772) mit ihrem 36 m hohen Turm, gotischen Sockel und barocker Schieferhaube – sie beherbergt eine Orgel des Saarbrücker Orgel-Baumeisters Geib. Besonders sehenswert sind die zahlreichen Fachwerkhäuser und Winzerhöfe und nicht zuletzt die Weinarkaden am Saumagenplatz. So kam es, dass wir nach unserem Spaziergang durch die Weinberge nach dem Essen noch an diesem Platz eine große Weißherbstschorle, natürlich vom Saumagen (0,5 für 2,60) sowie ein Traubensaftschorle (0,5 2,50) aus 100 % Saumagen Traubensaft getrunken haben. Aber jetzt genug vom schönen Weinort Kallstadt und wieder zurück in Echtzeit zum Weinhaus Henninger.

Wir werden im Restaurant von einer Bedienung begrüßt und unsere Augen gehen gleichzeitig auf den servierten „Saumagen“ Teller, schön kross angebraten. Erster Eindruck positiv. Wir werden in den Speisesaal geführt und bekommen unseren Platz. Leicht gestärkte Stoffservietten, edles Besteck, hochwertige Weingläser. Gedimmtes licht, wir hatten einen schönen Eckplatz mit Fachwerk und Fenster. Vom Ambiente her ist das mindestens 2 Klassen besser als im benachbarten Kallstadter Hof. Man hat seine „Privatsphäre“ was normalerweise den Sternerestaurants vorbehalten ist. Man gibt uns die Speisekarte sowie die Weinkarte, ein Art Oberkellner stellt uns (leider) wortlos ein Korb mit Brot und eine Art Frischecreme dazu. Ein paar nette Worte bzw was denn das für eine Butter/Creme ist, wäre schön gewesen. Uns hat auch das „drunherum“ etwas gefehlt, gerade im Servicebereich – dennoch waren alle freundlich, einige etwas weniger aufmerksam.

Als wir später im Hausprospekt blätterten erkannten wir den einen Kellner, der unsere Getränke und das Essen aufgenommen hat. Es war der Geschäftsführer, allerdings hatte er meinen Aperitif vergessen und mir den Grauburgunder hingestellt, den ich aber explizit zum Weidekalb bestellt hatte… Als Aperitif wählten wir den alkoholfreien Hugo, sehr schmackhaft, aber für 7,50 deutlich zu hoch angesetzt. Ich entschied mich für den Hausaperitif bestehend aus SaumagenSecco; Gin und diversen Fruchtsäften. Der hatte ganz schön „bums“ – ein Apertif Begleiter bekamen wir nicht, auch keinen Gruß aus der Küche, daher merkten wir ganz schnell, dass das Weinhaus Henninger ein „normales“ Restaurant bzw Weinstube ist. Ich hatte den Aperitif noch nicht ausgetrunken wurde uns schon die Vorspeise serviert. „Waldpilzschaumsuppe mit Speck-Käse Knödel“ für 7,90. Die Suppe schmeckten uns beiden sehr gut, ich hätte wohl mit etwas mehr Gewürze noch etwas mehr aus der Suppe herausgeholt. Die Suppe war sehr salzarm, wir schauten uns um – lauter junge Gäste, fast alle waren unter 90 – eine vielleicht nötige Erklärung. Sensationell waren aber die 3 Speck-Käse Knödel, als man sie halbierte, lief der flüssige Käse raus.

Zum Hauptgang wählten wir Tagliatelle mit Trüffel-Rahm, Herbsttrüffeln und Parmesan. Die Nudeln waren nicht verkocht, sehr schmackhaft, allerdings etwas zu groß dimensioniert. Auch mein 350 Gramm Cordon Blue vom Weidekalb, mit Riesling-Schinken und Bergkäse gefüllt, war eine fast nicht zu schaffende Holzfällerportion. Das Fleisch war aber so saftig, das ich alles aufgegessen habe. Bei den Bratkartoffeln fehlte Salz, Pfeffer auch vermisste ich die leichte Muskatnote, welches den Bratkartoffeln gut zu Gesicht gestanden hätte. Auch mit frischen Kräutern hätte man das Gericht etwas aufpeppeln können. In den 19,80 war noch ein sehr guter Beilagensalt dabei, der bestand aus Feldsalat, grünem Kopfsalat, frischer Paprika und war sehr gute angemacht.

Als Abschluss entschieden wir uns beide für das angebotene Dessert aus dem 3 Gang Menü, Toblerone Mouse mit frischen Beeren und kleinem warmen Schokomuffin. Das Dessert war schnell leer, und schlug mit 7,50 zu Buche. Danach entschloss ich mich für einen Absacker, einen 2cl Hasselnussschnaps, der war sehr lecker, allerdings mit 4,50 auch nicht zu knapp kalkuliert.

Fazit:

Von den Preisen und dem Ambiente her, könnte das Weinhaus Henninger auch eine Kategorie höher spielen, dass man schließlich dann doch nur in einer Winzerstube sitzt merkt man bei den Holzfällerportionen und dem fehlenden Feinschliff beim Essen. Dennoch war es ein sehr guter Besuch mit einer verdienten Durchschnittsnote von 4,5.

26.10.14 17:13, kommentieren